Was bedeutet Lasik (Laser-in-situ-Keratomileusis)?

LASIK - Augen OP
Lasik ist die Kurzform von " Laser Assisted In Situ Keratomileusis ". Darin stecken folgende Bestandteile:
- Laser bzw. Laserlicht ist stark gebündeltes, energiereiches Licht, mit dem man sehr fein und exakt arbeiten kann.
- In Situ ist lateinische Bezeichnung für "an Ort und Stelle". Gemeint ist, dass man das Phänomen dort behandelt, wo es als Problem auftritt.
- Kerato ist die griechische Bezeichnung für die Hornhaut.
- Mileusis bedeut soviel wie "Gestaltung" oder "Formung", in diesem Falle die Formung der Hornhaut.
Kurz: Lasik bezeichnet ein eine Methode, bei der mit Hilfe von Laserlicht direkt am Auge eine Veränderung der Hornhaut vorgenommen wird. Ziel ist, das Sehvermögen zu verbessern.
Was ermöglicht Lasik?
Sehr viele Menschen haben eine mehr oder weniger ausgeprägte Sehschwäche. Die Ursache ist sehr häufig eine nicht optimale Krümmung der Hornhaut. Diese Krümmung ist dafür verantwortlich, wie das Licht aus der Außenwelt in das Augeninnere gelangt. Wenn die Krümmung nicht exakt stimmt, führt das zu Schwächen bei der Sehschärfe, vor allem zu Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit.
Üblicherweise wird eine solche Fehlsichtigkeit durch Sehhilfen korrigiert. Seit Jahrhunderten benutzen Menschen Brillen, seit einigen Jahrzehnten sind Kontaktlinsen eine Alternative. Sowohl Brillen als auch Kontaktlinsen haben Vor- und Nachteile.
Für diejenigen, bei denen die Nachteile überwiegen, gibt es seit 1990 eine sehr junge, aber inzwischen etablierte Alternative: Lasik.
Wie funktioniert Lasik?

Excimerlaser für
LASIK-Behandlung
Während Brillen oder Kontaktlinsen nicht an die Wurzel des Übels gehen, sondern nur Hilfsmittel sind, wird mit Hilfe des Lasik-Verfahrens die Sehschwäche an sich behandelt. Lasik ist nichts anderes als eine Art Augen-Operation. Der Vorteil ist, dass Lasik ziemlich schmerzfrei ist. Lasik gehört als Methode zur "refraktiven Chirurgie". Darunter versteht man Operationsmethoden am Auge, die direkt darauf abzielen, die Brechung des Lichtes zu verändern.
Grob vereinfacht wird beim Lasik-Verfahren ein Teil der Hornhaut abgetragen. Die obere Schicht der Hornhaut (die die schmerzempfindlich ist) wird aufgeklappt. Dafür wird an einer Außenseite der Hornhaut ein sehr dünner Schnitt gemacht, auch Flap genannt. Wenn diese obere Schicht dann hochgeklappt ist, wird die darunter liegende Schicht bearbeitet: an einige Stellen werden gezielt Hornhaut abgetragen.
Dieses Abtragen mittels Laserlicht ist praktisch schmerzfrei. Anschließend wird die obere Schicht wieder aufgelegt. Der Patient kann sofort wieder sehen, und zwar endlich wieder so scharf, wie es eigentlich sein sollte - ganz ohne Sehhilfe.
Was kostet eine LASIK-OP?
Die Preise für eine Lasik-OP unterliegen der freien Marktwirtschaft und sind entsprechend verschieden. Die günstigsten Angebote (meist im Ausland) beginnen bei etwa 800 EUR, normal sind ca. 1.100 - 1.300 Eur. Das ist der Preis für die OP an einem auge. Wenn man beide Augen lasern lassen möchte, was in aller Regel der Fall ist, verdoppelt sich der Preis. Alles was darüber geht, verspricht vermutlich noch über die OP hinaus gehende Service-Leistungen. Die Krankenkassen übernehmen in aller Regel nichts von den Kosten für eine Lasik-OP.
Eine Lasik Augen-Operation ist natürlich nicht so günstig wie eine einfache Brille, aber die Aussicht, zukünftig ohne Sehhilfe frei und normal sehen zu können, ist auch nicht zu unterschätzen.
Für wen kommt das Verfahren in Frage?
Die Aussicht, eine Sehschwäche mittels der LASIK-Methode dauerhaft zu korrigieren, kommt für folgende Sehschwächen in Frage:
- Kurzsichtigkeit bis max. -10 Dioptrien
- Weitsichtigkeit bis max. +4 Dioptrien
- Astigmatismus bis max. 5 Dioptrien
Die Werte sind im Ausland zum Teil anders festgelegt worden.
Sicherheit dank LASIK-TÜV
Speziell für Augenlaserzentren gibt es seit 2006 den sogenannten LASIK-TÜV, der auf dem ISO-9001:2000-Zertifikat aufbaut. Er wird vom TÜV SÜD angeboten und wurde in Zusammenarbeit mit der Kommission Refraktive Chirurgie (KRC), dem Verband der Spezialkliniken für Augenlaser und Refraktive Chirurgie (VSDAR e.V.) und dem Berufsverband der Ophthalmochirurgen (BDOC) entwickelt. Im Gegensatz zum ISO-9001:2000-Zertifikat prüft der LASIK-TÜV nicht nur die Prozessqualität, sondern auch die Dienstleistungs- und Ergebnisqualität. Konkret werden folgende Aspekte geprüft:
- Qualifikation und Erfahrung der Mitarbeiter und Ärzte,
- technische Ausstattung der Einrichtung,
- Hygiene-Standards der Einrichtung,
- Behandlungsergebnisse,
- Patientenzufriedenheit.
Der Behandlungsablauf
Der Ablauf einer solchen Lasik-Augen-OP ist bei Wikipedia sehr schön beschrieben: "Zuerst wird das Auge mit Tropfen lokal betäubt und ein Lidsperrer wird eingesetzt, der das Auge weit offen hält. Mit einem Mikrokeratom (Hornhauthobel) oder einem Femtosekundenlaser (sog. Femto-LASIK) wird eine dünne Lamelle (Durchmesser etwa 8 bis 9,5 mm und Dicke zwischen 100 bis 160 µm) in die Hornhaut geschnitten. Diese Lamelle (flap genannt) wird nicht komplett ausgeführt, sondern behält eine Verbindung zur restlichen Hornhaut die als „Scharnier“ dient. Dieses „Scharnier“ wird heute meist superior (also oben), vereinzelt aber auch noch nasal (zur Nase hin) platziert (z. T. abhängig vom Mikrokeratom).
Das Mikrokeratom besteht in der Regel aus zwei Teilen, einem Saugring zur Fixierung und einem beweglichen Schneidkopf der sich mit einer oszillierenden Klinge über das Auge bewegt. Während des Mikrokeratomschnitts verliert das Auge vorübergehend seine Sehfähigkeit, da der Augeninnendruck stark steigt und den optischen Nerv abdrückt. Der Schnitt ist in wenigen Sekunden durchgeführt und die Sehkraft kehrt sofort zurück.
Das rechts abrufbare Video zeigt eine typische LASIK-Behandlung mit einem Mikrokeratom. Das Auge wird von einem Lidsperrer offen gehalten und die Umgebung des Auges ist steril abgedeckt. Vor dem Mikrokeratomschnitt wird die Hornhaut asymmetrisch markiert, um den Flap im Falle einer Komplikation wieder korrekt positionieren zu können. Der Saugring des Mikrokeratoms wird anschließend zentral aufs Auge platziert und das Mikrokeratom selbst eingesetzt. Mit einer schnell oszillierenden Klinge führt das Mikrokeratom die Vorwärtsbewegung aus und schneidet damit den Flap (in diesem Fall superior).
Nach dem Schnitt wird dann der Flap geöffnet und mittels Ultraschallpachymeter die restliche Hornhautdicke gemessen, um festzustellen, ob der Flap die gewünschte Dicke hatte. Bei geöffnetem Flap wird vor der eigentlichen Behandlung sichergestellt, dass die zu behandelnde Oberfläche gleichmäßig trocken ist. Wäre dies nicht der Fall, würde es, aufgrund der starken Absorption des Excimerlichts in Wasser, zu einem ungleichmäßigen Gewebeabtrag kommen.
Die Excimerlaserbehandlung selbst ist kaum wahrnehmbar, da das Licht des Excimerlasers mit seiner Wellenlänge von 193 nm unsichtbar ist. Man sieht lediglich leichte Formveränderungen auf der behandelten Hornhautfläche.
Im Anschluss an den Laserabtrag wird die behandelte Fläche gespült und der Flap unter weiterem Spülen zurückgeklappt. Das gründliche Spülen ist wichtig, um eventuelle Fremdkörper (Abtragsreste, Epithelzellen) aus dem Bereich zwischen Flap und Hornhaut (dem sogenannten Interface) zu entfernen. Mit einem kleinen Schwämmchen wird die überflüssige Flüssigkeit aus dem Interface gesaugt und der Flap glattgestrichen. Damit ist die Behandlung beendet und der Lidsperrer kann entfernt werden."Quelle: Wikipedia - Laser-in-situ-Keratomileusis
Video von einer LASIK-OP
Im folgenden Video kann man sich das ganze Verfahren, das insgesamt nur wenige Minuten dauert, noch einmal in real anschauen. Es sieht zwar auf den ersten Blick etwas "irritierend" aus, aber letztlich ist es doch alles ganz harmlos:
Weitere Informationen über Refraktive Chirurgie. Nähere Informationen über Risiken oder die Frage, wer überhaupt für eine LASIK-OP in Frage kommt, geben natürlich die LASIK-Anbieter.

